RPG-Fanatics
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Autor Thema: [Review] Simon the Sorcerer  (Gelesen 401 mal)
Crish
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Beiträge: 1561



« am: 14 August 2009, 03:40:19 »

Ein (von mir gerade erfundenes) Sprichwort besagt: "Klassiker sterben nicht!". In den frühen 90igern entstanden einige Adventures, die das Prädikat Klassiker wirklich verdient haben und bei deren Erwähnung Genreliebhabern warm ums Herz wird. Dass diese Goldies jetzt einen zweiten Frühling auf dem iPhone erleben dürfen, zeugt von ihrem ungebrochenen Potential. In diesem Wissen schickt iPhSoft den jungen Zauberer Simon an die Appstore-Rätselfront, um mit Lucas Arts´ Monkey Island um den Adventure-Thron zu kämpfen.

Held wider Willen

Wenn etwas faul ist in der Fantasywelt, braucht es üblicherweise einen Helden, der die Dinge gerade biegt. An solchen Helden scheint es aber in der Paralleldimension von Simon the Sorcerer zu mangeln. Aus diesem Grund wird unser Protagonist Simon vom Magier Calypso ausgewählt, um ihn aus den Fängen Sordids zu befreien. Simon wird also mittels Dimensionstor aus unserer in Calypsos Welt befördert und dort per Brief über seine Aufgabe informiert.

 

Wer suchet, der findet.

Ganz einfach ist das Heldenleben für den Neuankömmling natürlich nicht. Zuerst einmal gilt es in die Magiergilde aufgenommen zu werden, um überhaupt zur Heldentat berechtigt zu sein. Dafür muss der Spieler zahlreiche kleine Aufgaben bewältigen und den Bewohnern der Fantasywelt bei ihren Problemen zur Hand gehen. Dabei braucht man ein gutes Auge und Geduld, denn die Rätsel sind teils unfair schwer und nur durch Probieren zu lösen. Hinzu kommt, dass auf dem kleinen Handydisplay nicht jeder benötigte Gegenstand sofort zu entdecken ist.

Humor ist, wenn man trotzdem lacht!

Dass man trotz dieser Durststrecken bei der Stange bleibt, liegt am genialen Humor des Spiels. Nicht nur die bissigen Dialoge, auch die auftretenden Figuren sind immer wieder einen Lacher wert. Selbst die Konkurrenzprodukte von Lucas Arts werden dabei auf die Schippe genommen. So trifft man auf den Archäologen Von Jones, der in einem Loch nach dem Missing Link zwischen Gemüse und Mensch gräbt. Natürlich dürfen auch klassische Fabelwesen wie Drachen, Kobolde, Trolle und der eigens erfundene Werfrosch nicht fehlen.

 

Es geht auch ohne Maus...

Das größte Problem von iPhone-Spielen ist nach wie vor die Steuerung. Zumindest hier hat iPhSoft alles richtig gemacht. Zwei unterschiedliche Steuerungsmethoden werden geboten und beide funktionieren weitestgehend tadellos. Nur bei den wenigen hektischen Passagen im Spiel, hätte eine Maus bessere Dienste geleistet als der Touchscreen.
Probleme entstanden im Test allerdings durch Speichermangel bedingte Spielabstürze, die in einigen Fällen zu defekten Spielständen führten. Um das zu umgehen, sollte man häufig und auf mehreren Speicherslots sichern, will man nicht ständig von vorn anfangen. Ein regelmäßiger Autosave hätte da einigen Ärger ersparen können.

Abgesehen davon, passt Simon the Sorcerer wunderbar auf das Apple-Gerät und kann auch gut 16 Jahre nach dem Ersterscheinen auf Amiga und PC begeistern. Adventurefans, die gerne lachen und es etwas schwerer mögen, sollten auf jedenfall zugreifen. Jüngere Spieler mag der veraltete Look eventuell abschrecken, denn im Gegensatz zu Monkey Island wurde hier nur der Sound, nicht aber die Grafik, überarbeitet. Spaß dürfte aber auch ihnen garantiert sein.
« Letzte Änderung: 14 August 2009, 11:05:15 von Crish » Gespeichert
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